Schützenfest in Neustadt

Nass mit Spaß!

Neustadts fünfte Jahreszeit – sie hatte vor ein paar Wochen begonnen und nun ihren Höhepunkt am vergangenen Wochenende mit dem Schützenfest erreicht.

 
Schon am Freitagabend ging es los: Zum traditionellen Zapfenstreich in Neustadts Innenstadt versammelten sich die Bürger der Stadt und brachten sich in Schützenfeststimmung. Mit dabei auch viele Leinegardisten. Schlafen hätte sich in der Nacht zum Samstag ohnehin nicht gelohnt, denn bereits um 3.45 Uhr hieß es am Samstagmorgen: Antreten zum Weckblasen. In Schlafanzügen verkleidet wurden die Neustädter mit Musik aus den Betten geschmissen. Nach einem guten Frühstück wurde um 7.45 Uhr (Neustädter schlafen nie aus) Aufstellung zum Ausmarsch genommen. Durch die Innenstadt und den schönen Schlosshof zog der lange Festumzug bis zum Festplatz. Um 10.00 Uhr dort angekommen zeigte sich gelegentlich noch die Sonne zwischen den Wolken – ein Zustand, der sich bald ändern sollte. Für die Leinegarde hieß es dann: umziehen, essen und weiter geht’s.
Denn bereits um 12.00 Uhr drängten sich die Menschen in Neustadts „Posthof“ dicht an dicht und warteten auf die quirligen Musiker der Leinegarde, die ihnen ordentlich einheizen sollten. Gemäß dem neuen Feldshowprogramm: „I love the 80´s“ hatten sich die Musiker entsprechend kostümiert um im entsprechendem Outfit nun endlich die Katze
aus dem Sack zu lassen und dem Neustädter Volk die neuen Musikstückezu präsentieren. Es gab ein Wiedersehen mit „Vokuhilas“ und ein Wiederhören mit „Axel F“., „Land of Confusion“ oder „Männer“. 55 Minuten folgte ohne Pause Lied auf Lied. Dass es ab dem zweiten Titel schon begonnen hatte zur regnen störte dabei weder Zuschauer noch Musiker. Die Stimmung war zum Abheben.

 

Derart beflügelt ging es am Sonntag in die zweite Runde. Nach erneutem Festumzug – im Regen – konnte die Leinegarde bei ihrem einstündigen Konzert im Bürgersaal wiederholt die Menschen von den Stühlen reißen. Es wurde getanzt, auf die Tische geklettert und geklatscht, bis die Leinegardisten schließlich am frühen Nachmittag abmarschierten.
   
Dass der Schützenplatz unmittelbar neben dem Freibad liegt, interessierte bei 13 Grad Außentemperatur und beständigem Regen wohl keinen der Besucher.

Anders sah das Corpsleiter Thomas Lupke, der sich in seiner kurzen Abschlussrede vom kühlen Nass angelockt fühlte. „Und jetzt gehen wir alle schwimmen!“, rief er und begann den Anzug auszuziehen. Sogleich taten es einige ihm nach bis schließlich ein ganzer Teil der Leinegarde sprichwörtlich baden ging.

Und so nahm dieses erfolgreiche Wochenende, ein ungewöhnliches Ende mit zweierlei Erkenntnis: Die Achtziger sind zurück! Und: Nass macht Spaß!

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